Gesunde Kinderzähne

Kinderzähne und Karies aus ganzheitlicher Sicht

Gesunde Kinderzähne sind nicht nur für ein strahlendes Kinderlächeln wichtig. Sie sind Teil eines Gesamtsystems. Kariös und krank schädigen sie den Organismus.

Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz in unserem Körper. Wird er früh durch Kariesbakterien zerstört, beeinflusst das unser Wohlbefinden über den Mundraum hinaus. Laut Bundeszahnärztekammer leiden im Alter zwischen dem ersten und fünften Lebensjahr bereits 5 - 15 Prozent der Kinder eines Geburtsjahrganges unter Karies.

Wissen rund um die Zähne

Karieserkrankungen sind nicht erblich, sondern erworben. Erblich ist lediglich eine gewisse Disposition. Es gibt allerdings Fälle, wo bleibende Zähne bereits verfärbt oder missgebildet aus dem Kiefer wachsen. Die Ursache liegt in einer Störung des Zahnbildungsprozesses. Die Entwicklung unseres bleibenden Gebisses vom geweblichen bis zum voll ausgebildeten mineralisierten Zustand, beginnt bereits im sechsten Schwangerschaftsmonat und zieht sich bis zum sechzehnten Lebensjahr hin.

Jede Störung, die das Kind oder den Heranwachsenden in besonderem Maße beansprucht, kann sich auf die Zahnbildung auswirken. Dabei spielen seelische Belastungen, organische Krankheiten oder einseitige Fehlernährungen über einen längeren Zeitraum eine Rolle.

Zähne sind Zeitzeugen unserer Entwicklung und geben Auskunft über den gesamten Zustand des Menschen. In ihrem Buch “Wackeln die Zähne - wackelt die Seele” beschreiben Monika Kiel-Hinrichsen und Renate Kviske sehr eindrucksvoll ganzheitliche Zusammenhänge, die besonders während des Zahnwechsels eine Rolle spielen.

Frühere Reifung

Heute werden wir nicht nur älter, sondern reifen auch immer früher. Kleinkinder bekommen ihre ersten Zähne rund zwei Monate eher als noch vor 50 Jahren. Mit der Konsequenz, dass der beschriebene Mineralisierungsprozess der Milchzähne oft noch nicht abgeschlossen ist. Die Zähne sind also von Beginn an anfälliger für Karies und auch die Disposition für Fehlstellungen ist deutlich höher. Dr. Hubertus von Treuenfels, Kieferorthopäde aus Eutin, behandelt seit fast 30 Jahren nach einem ganzheitlichen Konzept. Er rät werdenden Müttern. schon während der Schwangerschaft dafür zu sorgen, dass sich die Zähne ihrer Kinder gut entwickeln. Eine ausgewogene Ernährung, homöopathische Unterstützung oder die Anwendung von Schüssler - Salzen schaffen günstige Voraussetzungen für das kindliche Gebiss. Denn eins steht fest: Zahn- und Mundgesundheit beginnt, lange bevor der erste Milchzahn das Licht der Welt erblickt.

Gesunde Milchzähne sind wichtig

Werden Milchzähne kariös, kann das weitreichende Folgen haben. Die Zähne fallen als Platzhalter für die bleibenden Zähne weg, die Sprachentwicklung kann negativ beeinflusst werden und es können fälsche Schluckmuster und eine falsche Zungenlage entstehen. Daraus wiederum können sich Kieferfehlstellungen entwickeln, die Atmung, Verdauung und die Körperhaltung beeinflussen. Ein Teufelskreis. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass mit dem Zahnwechsel auch die vielleicht schon aufgetretene Karies verschwindet. Sind die Bakterien erst einmal im Mundraum, haben sie oft auch schon den nachrückenden Zahn befallen. Eine Studie, durchgeführt von norwegischen Zahnärzten belegt diesen Zusammenhang. (1)

Richtige Ernährung hilft

Eine bewusste Ernährung der Kinder weg von Zivilisationskost hin zu natürlicher Vollwertkost sorgt für die Zukunft vor. Zähne brauchen „etwas zum Kauen“ schließlich hat die Natur sie genau dafür vorgesehen. Weiche, klebrige Nahrung, die lange im Mund verweilt, schmiegt sich förmlich an die Zähne und bietet so ein kuscheliges Plätzchen für Karius und Baktus. Dass Zucker der Zahnfeind schlechthin ist, weiß wohl mittlerweile jedes Kind. Die Krux ist nur, dass es immer mehr Lebensmittel gibt, die ihn in unterschiedlich großen Mengen verstecken, ohne dass uns das beim Verzehr bewusst ist. Sei es Ketschup, Fertigsoße, Fruchtschorle oder Jogurt – die 40 Kilogramm Zucker, die in Deutschland im Durchschnitt pro Jahr pro Kopf verzehrt werden (2), müssen ja irgendwo herkommen. Und nicht immer steht Zucker drauf, wo Zucker drin ist. Und auch der Glaube, dass brauner Zucker besser ist als weißer, ist in diesem Falle trügerisch. Sowohl weißer als auch brauner Zucker sichert den Kariesbakterien das Überleben. Sie ernähren sich davon, bei ihrem Verdauungsprozess entstehen Säuren, die unserem Zahnschmelz Minerale entziehen – auf längere Sicht ist das der Beginn einer Karies.

Also – wenn schon Süßes, dann am besten nur einmal am Tag, statt immer wieder kleine Portionen über den Tag verteilt. Anschließend heißt es: entweder den Mund gründlich mit Wasser ausspülen, um den PH-Wert zu neutralisieren oder am besten gleich zur Zahnbürste greifen.

Überhaupt heißt die Devise: putzen, putzen, putzen. Am Besten mit Mama oder Papa zusammen. Das macht Spaß und die Kinder lernen, Zähneputzen von Anfang an für etwas ganz Selbstverständliches zu halten.

(1) Skeie MS et al.: The relationship between caries in the primary dentition at 5 years of age and permanent dentition at 10 years of age – a longitudinal study. Int J Paediatr Dent 2006; 16:152-160

Autor: BSMO

(2) www.dge.de (Deutsche Gesellschaft für Ernährung)

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Jeannette Hagen, Jeannette Hagen

Jeannette Hagen - Als freie Journalistin und Autorin schreibe ich seit 2003 für Print- und Onlinemedien. Ich bewege mich überwiegend in den ...

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